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Neue Urhe­ber­recht ist ein gutes Signal

12.09.2018

Heu­te wur­de im Euro­päi­schen Par­la­ment die neue euro­päi­sche Urhe­ber­schutz­richt­li­nie für den digi­ta­len Bin­nen­markt ver­ab­schie­det. Das Signal aus Straß­burg ist: Euro­pa steht hin­ter den Krea­ti­ven, Autoren und Urhe­ber­rech­te­inha­bern.
Nach lang­wie­ri­gen Ver­hand­lun­gen wur­de ein Kom­pro­miss gefun­den, der für die Mehr­heit trag­fä­hig ist. „Ich bin froh, dass wir mit der Ver­ab­schie­dung end­lich einen gro­ßen Schritt gemacht haben, um die neu­en Rea­li­tä­ten und Geschäfts­mo­del­le des digi­ta­len Zeit­al­ters bes­ser hand­ha­ben zu kön­nen“, sagt der CDU-Euro­pa­ab­ge­ord­ne­te Axel Voss, der der Bericht­erstat­ter des Euro­päi­schen Par­la­ments für die neue Richt­li­nie ist.

Nach nun 17 Jah­ren war die Reform des Urhe­ber­schut­zes drin­gend gebo­ten, denn auch das Inter­net und der Umgang mit Daten hat sich mas­siv ver­än­dert – mit erheb­li­chen Aus­wir­kun­gen auf urhe­ber­recht­li­che Fra­gen. „Unser Haupt­ziel ist nicht nur, die Regeln des geis­ti­gen Eigen­tums an die heu­ti­ge tech­ni­sche Ent­wick­lung anzu­pas­sen, son­dern auch die Schöp­fun­gen des Künst­lers zu unter­stüt­zen und Wer­ke von Ver­la­gen zu schüt­zen. Rech­te­inha­ber wer­den nun bes­ser vor nicht auto­ri­sier­ter Nut­zung ihrer Wer­ke geschützt“, begrün­det Axel Voss.

Die Richt­li­nie befasst sich mit dem Pro­blem der soge­nann­ten Wer­tungs­lü­cke, bei der die Inter­net-Online-Platt­for­men bis­her kei­ne recht­li­che Ver­ant­wor­tung für die urhe­ber­recht­lich geschütz­ten Inhal­te tra­gen, die von den Nut­zern auf ihrer Web­sei­te hoch­ge­la­den wer­den.

Dar­über hin­aus führt die Richt­li­nie neue Regeln für die Rech­te der Ver­la­ge ein und setzt eine Aus­nah­me für Text und Data Mining. Das Par­la­ment hat meh­re­re von Bericht­erstat­ter Voss vor­ge­leg­te Kom­pro­miss­än­de­rungs­an­trä­ge ange­nom­men, in denen die bei der Abstim­mung im Ple­num im Juli auf­ge­wor­fe­nen Beden­ken berück­sich­tigt wur­den. Das Par­la­ment hat klar erklärt, dass die­je­ni­gen Online-Platt­for­men, die Gewinn durch Ver­wen­dung von urhe­ber­recht­lich geschütz­ten Wer­ken machen, die Ver­ant­wor­tung für die hoch­ge­la­de­nen Inhal­te tra­gen sol­len. „Der Gel­tungs­be­reich defi­niert die Diens­te, die von die­ser Ver­pflich­tung aus­ge­nom­men sind: Klein­un­ter­neh­men, Start-ups, Online-Lexi­ka wie Wiki­pe­dia sowie Anbie­ter von Cloud-Diens­ten zur indi­vi­du­el­len Nut­zung. Die neu­en Regeln zie­len auf die gro­ßen Platt­for­men ab, die Gewinn machen, wenn sie urhe­ber­recht­lich geschütz­te Wer­ke hoch­la­den, die sie nicht besit­zen.

Wir haben bis­her gese­hen, dass vie­le gro­ße Tech­no­lo­gie­un­ter­neh­men Wer­ke von Künst­lern und Künst­lern ver­wen­den, ohne sie ange­mes­sen zu bezah­len. Des­halb müs­sen wir ein fai­res Gleich­ge­wicht zwi­schen den Rech­te­inha­bern und den Online-Platt­for­men her­stel­len, unter­streicht Voss, der auch rechts­po­li­ti­scher Spre­cher der EVP-Frak­ti­on ist.

Die neue Urhe­ber­schutz­richt­li­nie schützt nun auch deut­lich Pres­se­ver­öf­fent­li­chun­gen im Inter­net. Es geht um die Exis­tenz des Jour­na­lis­mus und die Siche­rung der Qua­li­tät jour­na­lis­ti­scher Arbeit. „Pres­se­ver­le­ger sol­len eine Ver­gü­tung für die Nut­zung ihrer Inhal­te im Inter­net erhal­ten, da der Groß­teil der gene­rier­ten Ein­nah­men der­zeit an die Nach­rich­ten­samm­ler geht. Wir wol­len klei­ne­re Ver­la­ge stär­ken, damit sie sich bes­ser gegen die gro­ßen Inter­net­platt­for­men weh­ren kön­nen, um eine fai­re Ver­gü­tung für ihre Inhal­te zu erhal­ten. Wir haben auch beschlos­sen, dass die Pres­se­ver­le­ger zusätz­li­che Ein­nah­men direkt mit den Jour­na­lis­ten tei­len. Nur so kann unab­hän­gi­ger Jour­na­lis­mus geschützt und der Berufs­stand gesi­chert wer­den“, erläu­tert Voss.

„Und abschlie­ßend möch­te ich noch ein­mal beto­nen, dass es mir per­sön­lich wich­tig ist, die Inter­es­sen sowohl der Urhe­ber als auch der Ver­brau­cher zu schüt­zen. Dazu haben wir ein Regel­werk beschlos­sen, mit dem die Trag­fä­hig­keit und die Viel­falt der euro­päi­schen Krea­tiv- und Kul­tur­wirt­schaft erhal­ten wer­den. Ins­be­son­de­re in Arti­kel 11 und 13 kommt die­se Balan­ce zum Aus­druck“, so der Euro­pa­ab­ge­ord­ne­te.