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Bei Schü­ler­fo­tos bleibt es wie bis­her

28.08.2018

Zum Schul­start in ande­ren Bun­des­län­dern ist es zu Irri­ta­tio­nen gekom­men, ob in Schul­al­ben, Erin­ne­rungs­bü­chern und Schul­bro­schü­ren auf­grund der Euro­päi­schen Daten­schutz-Grund­ver­ord­nung wei­ter Bil­der von Schü­le­rin­nen und Schü­ler ver­öf­fent­licht wer­den kön­nen.

„Für die Ver­öf­fent­li­chung von Foto­gra­fi­en bleibt das Kunst­ur­he­ber­ge­setz auch unter der seit dem 25. Mai 2018 anwend­ba­ren Daten­schutz-Grund­ver­ord­nung (DS-GVO) erhal­ten. Es sind kei­ne Ände­run­gen oder gar eine Auf­he­bung vor­ge­ge­ben. Die Ansicht, das Kunst­ur­he­ber­ge­setz wer­de durch die DS-GVO ver­drängt, ist falsch. Das Kunst­ur­he­ber­ge­setz stützt sich auf Arti­kel 85 Abs. 1 DS-GVO, der den Mit­glied­staa­ten der Euro­päi­schen Uni­on natio­na­le Gestal­tungs­spiel­räu­me bei dem Aus­gleich zwi­schen Daten­schutz und der Mei­nungs- und Infor­ma­ti­ons­frei­heit eröff­net. Das Kunst­ur­he­ber­ge­setz steht daher nicht im Wider­spruch zur DS-GVO, son­dern fügt sich als Teil der deut­schen Anpas­sungs­ge­setz­ge­bung in das Sys­tem ein“, sag­te der CDU-Euro­pa­ab­ge­ord­ne­te Axel Voss.

Gemäß § 22 Satz 1 des Kunst­ur­he­ber­ge­setz dür­fen Bild­nis­se nur mit Ein­wil­li­gung des Abge­bil­de­ten ver­brei­tet oder öffent­lich zur Schau gestellt wer­den. Die recht­li­chen Bestim­mun­gen des Kunst­UrhG gel­ten für Jeder­mann, also für Schü­ler, Lehr­kräf­te und auch für unbe­tei­lig­te Drit­te.

„Für Leh­rer wie Eltern bedeu­tet das in der Pra­xis: Zwin­gen­de Vor­aus­set­zung für die Ein­stel­lung von Fotos im Inter­net und ande­ren Ver­öf­fent­li­chun­gen ist die Vor­la­ge einer Ein­wil­li­gung. Die­se Ein­wil­li­gung bedarf grund­sätz­lich der Schrift­form. Sie ist mög­lichst prä­zi­se zu fas­sen. In ihr ist anzu­ge­ben, zu wel­chem Zweck die­se Ein­wil­li­gung erteilt wird und die Medi­en, in denen die Ver­öf­fent­li­chung geplant ist, sind genau auf­zu­füh­ren. Die Ein­wil­li­gungs­er­klä­rung muss einen Hin­weis ent­hal­ten, dass die Ein­wil­li­gung ver­wei­gert oder mit Wir­kung für die Zukunft wider­ru­fen wer­den kann. Dann gibt es kei­ner­lei Pro­ble­me“, erläu­tert Voss, der die Städ­te Köln, Bonn und Lever­ku­sen sowie die Krei­se Rhein-Sieg und Rhein-Erft ver­tritt.