Für Sie im Europäischen Parlament

In­fos zur Ple­nar­wo­che

02.02.2018

Bei der Ple­nar­ta­gung nächs­te Wo­che in Straß­burg ste­hen vor al­lem die Ab­schaf­fung des Geo­blocking beim On­line-Han­del, die Re­form des EU-Emis­si­ons­han­dels und die Zu­sam­men­set­zung des nächs­ten EU-Par­la­ments auf der Ta­ges­ord­nung. Über­dies wer­den wir über die Ab­wahl von Ri­chard Cz­arne­cki als Vi­ze­prä­si­dent des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments ent­schei­den.

Ab­schaf­fung Geo­blocking beim On­line-Han­del

Was für den EU-Bin­nen­markt schon lan­ge Nor­ma­li­tät ist, soll künf­tig auch im di­gi­ta­len Bin­nen­markt rei­bungs­los funk­tio­nie­ren. Beim On­line-Shop­ping sol­len Wa­ren und Dienst­leis­tun­gen nun auch un­ge­hin­dert grenz­über­schrei­tend ge­han­delt und ge­nutzt wer­den. Die bis­he­ri­gen Hür­den be­dingt durch die Na­tio­na­li­tät oder den Wohn­ort des Kon­su­men­ten so­wie des Nie­der­las­sungs­or­tes des Un­ter­neh­mens ge­hö­ren dann end­lich der Ver­gan­gen­heit an. Durch den Weg­fall des so ge­nann­ten Geo­blockings kön­nen ein­zel­ne na­tio­na­le Märk­te nicht mehr aus­ge­schlos­sen oder die An­ge­bo­te in an­de­ren Län­dern zu an­de­ren Prei­sen an­ge­bo­ten wer­den, wo­durch ein fai­rer Wett­be­werb beim On­line­han­del ent­steht. E-Ser­vices, die dem Ur­he­ber­recht un­ter­lie­gen, blei­ben von der Ver­ord­nung je­doch vor­erst aus­ge­schlos­sen.

Für uns als CDU/C­SU-Grup­pe ist es höchs­te Zeit, dass mit der Dis­kri­mi­nie­rung beim On­line-Han­del Schluss ist.

Re­form EU-Emis­si­ons­han­del

Die EU ist bei ih­ren Be­mü­hun­gen zur Er­rei­chung der Kli­ma­zie­le von Pa­ris ei­nen wich­ti­gen Schritt vor­an­ge­kom­men. Wir ha­ben da­bei sei­tens des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments mit den na­tio­na­len Re­gie­run­gen ei­ne Ei­ni­gung über ei­ne grund­le­gen­de Re­form des EU-Emis­si­ons­han­dels­sys­tems (ETS) er­zielt. Die­se Re­form wird die Emis­sio­nen von mehr als 12.000 In­dus­trie­an­la­gen und En­er­gie­ver­sor­gern in der EU be­gren­zen und soll ei­nen Bei­trag zur Re­du­zie­rung der CO2-Emis­sio­nen um 40 Pro­zent bis 2030 leis­ten. Durch den ak­tu­el­len Zer­ti­fi­kats­preis von rund fünf Eu­ro war das Sys­tem bis­lang weit­ge­hend wir­kungs­los. Des­halb sol­len bis zu drei Mil­li­ar­den Emis­si­ons­rech­te vom Markt ge­nom­men wer­den, wo­durch der Preis pro Zer­ti­fi­kat auf et­wa 20 Eu­ro an­stei­gen und so­mit wie­der sei­ne vol­le Len­kungs­wir­kung ent­fal­ten könn­te. Die An­zahl der Zer­ti­fi­ka­te soll dann jähr­lich um 2,2 Pro­zent ver­rin­gert wer­den. En­er­gie­in­ten­si­ve In­dus­trie­be­trie­be (wie et­wa Stahl- oder Ze­ment­wer­ke) sol­len bis zur Hälf­te ih­rer Emis­si­ons­rech­te kos­ten­los zu­ge­teilt be­kom­men, wenn sie auf dem neu­es­ten Stand der Tech­nik pro­du­zie­ren.

Der EU-Emis­si­ons­han­del wird durch die neu­en Re­geln wie­der zu ei­nem wirk­sa­men In­stru­ment für den Kli­ma­schutz. Sei­tens der CDU/C­SU-Grup­pe ist es uns wich­tig, dass mo­der­ne en­er­gie­in­ten­si­ve Un­ter­neh­men kos­ten­los Zer­ti­fi­ka­te be­kom­men, um ein Ab­wan­dern aus der EU zu ver­hin­dern. Dort gel­ten näm­lich oft sehr viel schlech­te­re oder gar kei­ne CO2-Stan­dards.

Zu­sam­men­set­zung nächs­tes EU-Par­la­ment

Am 29. März 2019 wird das Ver­ei­nig­te Kö­nig­reich die Eu­ro­päi­sche Uni­on ver­las­sen, wo­durch auch 73 Sit­ze im EU-Par­la­ment frei wer­den. Die­se Ent­wick­lung hat die vor den Eu­ro­pa­wah­len üb­li­che Dis­kus­si­on um die Sitz­ver­ga­be neu be­le­bet. Im Aus­schuss für kon­sti­tu­tio­nel­le Fra­gen hat sich nun ei­ne Mehr­heit für ei­ne Neu­ver­tei­lung der Sit­ze aus­ge­spro­chen. So sol­len künf­tig 27 Plät­ze an Kan­di­da­ten ver­ge­ben wer­den, die in ganz Eu­ro­pa zur Wahl ste­hen, wäh­rend die rest­li­chen dann ehe­ma­li­gen bri­ti­schen Ab­ge­ord­ne­ten­plät­ze un­be­setzt blei­ben. Der­zeit kön­nen die Wäh­ler je­weils nur für Kan­di­da­ten aus ih­rem ei­ge­nen Land stim­men.

Für uns als CDU/C­SU-Grup­pe ist die Auf­stel­lung von eu­ro­pa­wei­ten Kan­di­da­ten ei­ne Ent­frem­dung zwi­schen den Ab­ge­ord­ne­ten und ih­ren Wäh­lern. Statt­des­sen soll­te viel­mehr der ge­samt­eu­ro­päi­sche Wahl­kampf um das Amt des Kom­mis­si­ons­prä­si­den­ten wei­ter aus­ge­baut so­wie ge­för­dert wer­den und die bis­he­ri­gen 73 Sit­ze der bri­ti­schen Ab­ge­ord­ne­ten kom­plett ent­fal­len.

Ab­wahl Ri­chard Cz­arne­cki als Vi­ze­prä­si­dent

Der pol­ni­sche Eu­ro­pa­ab­ge­ord­ne­te Ri­chard Cz­arne­cki, Mit­glied der in Po­len re­gie­ren­den PiS-Par­tei, hat jüngst die pol­ni­sche EVP-Ab­ge­ord­ne­te Ro­za Thun mit Hass­ti­ra­den über­zo­gen und sinn­ge­mäß mit Na­zi-Kol­la­bo­ra­teu­ren wäh­rend der deut­schen Be­sat­zung in Po­len ver­gli­chen.
Auf­grund der Vor­komm­nis­se ha­ben die Frak­ti­ons­chefs der Eu­ro­päi­schen Volks­par­tei (aus Deutsch­land CDU/CSU), So­zi­al­de­mo­ra­ten, Li­be­ra­len und Grü­nen dem Par­la­ments­prä­si­dent An­to­nio Ta­ja­ni mit­ge­teilt, dass sie es für un­vor­stell­bar hal­ten, dass Cz­arne­cki wei­ter­hin Sit­zun­gen des Ple­nums lei­tet. Wir wer­den des­halb nun über die Ab­wahl Cz­arne­ckis als Vi­ze­prä­si­dent des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments ab­stim­men. Zur Ab­wahl sind zwei Drit­tel der ab­ge­ge­ben Stim­men er­for­der­lich, die min­des­tens die Hälf­te der Mit­glie­der des Par­la­ments aus­ma­chen müs­sen.

Wir von der CDU/C­SU-Grup­pe sind der Auf­fas­sung, dass das Ver­hal­ten von Ri­chard Cz­arneck völ­lig in­ak­zep­ta­bel und er nicht mehr trag­bar für die Sit­zungs­lei­tung un­ser eu­ro­päi­schen Bür­ger­ver­tre­tung ist.