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Dub­lin: Familien­definition nicht erwei­tern

18.01.2018

Die CDU/C­SU-Grup­pe im Euro­päi­schen Par­la­ment ist gegen die Erwei­te­rung des Fami­li­en­be­griffs und den damit ver­bun­de­nen Fami­li­en­nach­zug von Asyl­su­chen­den

Ent­ge­gen anders lau­ten­der Pres­se­mel­dun­gen stel­le ich fest, dass eine Mehr­heit der Sozi­al­de­mo­kra­ten, Lin­ken, Grü­nen und Libe­ra­len im Euro­päi­schen Par­la­ment Ände­run­gen an einer Geset­zes­in­itia­ti­ve der EU-Kom­mis­si­on zur Reform der Dub­lin-III-Ver­ord­nung vor­neh­men will, die errei­chen sol­len, dass die Defi­ni­ti­on der Fami­lie erwei­tert wird. Im Ergeb­nis wäre dann jeweils der Mit­glied­staat für die Asyl­ver­fah­ren zustän­dig, zu dem der Bewer­ber fami­liä­re Bin­dun­gen auf­weist. Mit 1,4 Mil­lio­nen Asyl­su­chen­den seit 2015 wäre Deutsch­land von die­ser Regel beson­ders betrof­fen.

Im Euro­päi­schen Par­la­ment wur­de im Rah­men der Dub­lin-III-Refor­men im Novem­ber 2017 auch über eine Umwand­lung der sog. Asyl­qua­li­fi­ka­ti­ons­richt­li­nie abge­stimmt, wodurch u.a. auch die Umver­tei­lung und Las­ten­tei­lung fai­rer gere­gelt wer­den soll. Selbst­ver­ständ­lich stimm­te die CDU/C­SU-Grup­pe im Euro­päi­schen Par­la­ment für die­se Initia­ti­ve, denn es kann nicht sein, dass Deutsch­land und Schwe­den die Haupt­las­ten bei der Auf­nah­me von Flücht­lin­gen in Euro­pa tra­gen.

Die Abstim­mung über die Asyl­qua­li­fi­ka­ti­ons­richt­li­nie darf nicht ver­mischt wer­den mit einer Erwei­te­rung der Fami­li­en­de­fi­ni­ti­on und dem damit ver­bun­de­nen Fami­li­en­nach­zug. Das ist unred­lich, da es sich um zwei von­ein­an­der unab­hän­gi­ge Ele­men­te der Dub­lin-III-Refor­men han­delt.

Ich gehe davon aus, dass sich der Rat der Euro­päi­schen Uni­on (unter­stützt von der EU-Kom­mis­si­on) klar gegen die völ­lig unver­ant­wort­li­chen neu­en Defi­ni­tio­nen von Sozi­al­de­mo­kra­ten, Lin­ken, Grü­nen und Libe­ra­len posi­tio­nie­ren wird.