Für Sie im Europäischen Parlament

In­fos zur Ple­nar­wo­che

08.12.2017

Bei der letz­ten Ple­nar­ta­gung des Par­la­ments in die­sem Jahr wer­den wir vor al­lem über die Re­form des „EU-Emis­si­ons­han­dels für den Flug­ver­kehr“, den Ab­schluss­be­richt des Un­ter­su­chungs­aus­schus­ses zu den Pa­na­ma-Pa­pers so­wie die Vor­be­rei­tung des kom­men­den EU-Gip­fels, der En­de nächs­ter Wo­che in Brüs­sel statt­fin­den wird, dis­ku­tie­ren. Über­dies wird der Sach­a­row-Preis ver­lie­hen, mit dem seit 1988 der Ein­satz für Men­schen­rech­te vom Eu­ro­päi­schen Par­la­ment ge­wür­digt wird.

EU-Emis­si­ons­han­del für den Flug­ver­kehr

Seit 2012 gibt es den Emis­si­ons­han­del auch für den Flug­ver­kehr, al­ler­dings nur für in­ner­eu­ro­päi­sche Flü­ge. Die An­wen­dung des Han­dels auf in­ter­na­tio­na­le Flü­ge aus und in die EU wur­de je­doch auf Druck der USA, Chi­nas und an­de­ren Dritt­staa­ten aus­ge­setzt. Man hat der In­ter­na­tio­na­len Luft­fahrt­or­ga­ni­sa­ti­on (ICAO) bis 2023 Zeit ge­ge­ben, ih­re ei­ge­nen emis­si­ons­min­dern­den Maß­nah­men glo­bal um­zu­set­zen. Wenn die ICAO bis da­hin kei­ne gleich­wer­ti­ge, in­ter­na­tio­na­le Lö­sung an­bie­tet, wer­den in­ter­kon­ti­nen­ta­len Flü­ge dem­nächst auch un­ter das EU-ETS fal­len.

Die Ein­be­zie­hung al­ler Flü­ge, die in Eu­ro­pa star­ten und lan­den, für den Teil, den sie in eu­ro­päi­schem Luft­raum zu­rück­le­gen, ist un­ver­zicht­bar. Für uns als CDU/C­SU-Grup­pe ist dies ein Ge­bot der Fair­ness ge­gen­über den eu­ro­päi­schen Flug­ge­sell­schaf­ten und ih­rer Wett­be­werbs­si­tua­ti­on!

Abschluss­be­richt Un­ter­su­chungs­aus­schuss Pa­na­ma-Pa­pers

Nicht erst seit den „Pa­na­ma Pa­pers“ ist klar, et­li­che Staa­ten und Re­gio­nen hal­ten nicht viel von Steu­er­trans­pa­renz. Haupt­pro­blem ist und bleibt die Mög­lich­keit des le­ga­len Ver­schie­bens von Un­ter­neh­mens­ge­win­nen zwi­schen ver­schie­de­nen na­tio­na­len Steu­er- und Rechts­vor­schrif­ten zum Zwe­cke der Mi­ni­mie­rung der Steu­er­last. Mul­ti­na­tio­na­le Kon­zer­ne und sehr wohl­ha­ben­de Ein­zel­per­so­nen pro­fi­tie­ren be­son­ders. Wir als Par­la­ment for­dern des­halb, dass Steu­ern künf­tig dort zu be­zah­len sind, wo sie er­wirt­schaf­tet wer­den. Zu­dem soll ei­ne schwar­ze Lis­te von Län­dern er­stellt wer­den, die sich ei­ner Zu­sam­men­ar­beit bei der Be­kämp­fung von Steu­er­flucht ver­wei­gern. Bei Steu­er­fra­gen ist in der EU Ein­stim­mig­keit nö­tig. Län­der, die at­trak­ti­ve Steu­er­mo­del­le an­bie­ten (wie et­wa Mal­ta, Lu­xem­burg oder die Nie­der­lan­de) kön­nen al­so Re­form­plä­ne blo­ckie­ren.

Län­der­spe­zi­fi­sche Be­richts­pflich­ten der Un­ter­neh­men, zu­min­dest ge­gen­über den Steu­er­be­hör­den, müs­sen kom­men. Sei­tens der CDU/C­SU-Grup­pe for­dern wir, an­statt der bis­he­ri­gen Dop­pel­be­steue­rungs­ab­kom­men so­ge­nann­te Min­dest­steu­er­ab­kom­men ein­zu­füh­ren.

Vor­de­bat­te Eu­ro­päi­scher Rat 14./15. De­zem­ber

In ei­ner Ge­ne­ral­de­bat­te mit Rats­prä­si­dent Do­nald Tusk und EU-Kom­mis­si­ons­prä­si­dent Jean-Clau­de Juncker be­spre­chen wir den Gip­fel, der am 14./15. De­zem­ber statt­fin­den wird. Wich­ti­ge The­men wer­den die Vor­schlä­ge für die Re­form der Wirt­schafts- und Wäh­rungs­uni­on (WWU) so­wie der Ver­hand­lungs­stand zum Brex­it sein.
Ver­ant­wor­tung und Haf­tung müs­sen nach un­se­rer Auf­fas­sung von der CDU/C­SU-Grup­pe bei der Wirt­schafts- und Wäh­rungs­uni­on in ei­ner Hand blei­ben. Den­noch be­grü­ßen wir die Vor­schlä­ge zur Stär­kung der WWU. Es ist al­ler­dings be­dau­er­lich, dass die EU-Kom­mis­si­on ih­re Ide­en nicht zu­erst der Eu­ro­grup­pe vor­ge­legt hat.

Ver­lei­hung des Sach­a­row-Prei­ses

Der Sach­a­row-Preis geht in die­sem Jahr an die de­mo­kra­ti­sche Op­po­si­ti­on in Ve­ne­zue­la und die po­li­ti­schen Häft­lin­ge im Land. Die­se ste­hen un­ter mas­si­vem Druck durch die Re­gie­rung Ve­ne­zue­las, wel­che die ver­fas­sungs­mä­ßi­ge Ord­nung stark ein­schränkt.

Die Kan­di­da­ten für den Sach­a­row-Preis kön­nen von Frak­tio­nen oder ei­ner Grup­pe von min­des­tens 40 EU-Ab­ge­ord­ne­ten vor­ge­schla­gen wer­den. Die Ent­schei­dung über den oder die Preisträger/in liegt schließ­lich bei der Kon­fe­renz der Prä­si­den­ten des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments, die sich aus dem Par­la­ments­prä­si­den­ten und den Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den zu­sam­men­setzt.