Für Sie im Europäischen Parlament

In­fos zur Ple­nar­wo­che

29.09.2017

Bei der Ple­nar­ta­gung nächs­te Wo­che in Straß­burg be­ra­ten wir über das The­ma Cy­ber­kri­mi­na­li­tät und den Ver­hand­lungs­stand beim Brex­it. Über­dies ist mit der Schaf­fung ei­ner Eu­ro­päi­schen Staats­an­walt­schaft ein The­ma auf der Ta­ges­ord­nung, das ich für die CDU/C­SU-Grup­pe ver­ant­wort­lich be­glei­te.

Auch wer­den wir mit EU-Kom­mis­si­ons­prä­si­dent Juncker und EU-Rats­prä­si­dent Tusk ei­ne Ge­ne­ral­de­bat­te über die zen­tra­len The­men des im Ok­to­ber an­ste­hen EU-Gip­fels füh­ren. Da­zu ge­hö­ren vor al­lem die Be­rei­che Mi­gra­ti­on, Ver­tei­di­gung, Au­ßen­be­zie­hun­gen und Di­gi­ta­li­sie­rung.

Cy­ber­kri­mi­na­li­tät

Cy­ber­kri­mi­na­li­tät stellt ei­ne wach­sen­de Be­dro­hung dar, denn al­lei­ne in Eu­ro­pa war 2016 je­des ach­te Un­ter­neh­men Op­fer ei­nes Cy­ber­vor­falls und es gab je­den Tag 4.000 An­grif­fe von Er­pres­sungs­tro­ja­nern. Es ist des­halb drin­gend ge­bo­ten, die hier­aus re­sul­tie­ren­den so­zia­len und öko­no­mi­schen Schä­den auf eu­ro­päi­scher Ebe­ne wirk­sam zu be­kämp­fen. Die EU-Kom­mis­si­on hat da­zu um­fas­sen­de Maß­nah­men vor­ge­schla­gen, wie u.a. die Re­form der eu­ro­päi­schen IT-Si­cher­heits­be­hör­de ENISA.

Wir von der CDU/C­SU-Grup­pe set­zen uns für ein eu­ro­päi­sches Kon­zept ein, um die Recht­staat­lich­keit im Netz und die Mög­lich­kei­ten von Straf­ver­fah­ren zu ver­bes­sern.

Ver­hand­lungs­stand Brex­it

Be­reits vier zä­he Ver­hand­lungs­run­den über den Brex­it ha­ben die Ver­tre­ter der EU und Groß­bri­tan­ni­ens hin­ter sich ge­bracht. Knack­punk­te sind die Rech­te der EU-Bür­ger in Groß­bri­tan­ni­en so­wie der Bri­ten in der EU, die ge­gen­sei­ti­gen fi­nan­zi­el­len Ver­pflich­tun­gen und die Fol­gen des Aus­schei­dens Groß­bri­tan­ni­ens aus der Zoll­uni­on für die Gren­ze zwi­schen Ir­land und dem bri­ti­schen Nord­ir­land.
In ih­rer Grund­satz­re­de in Flo­renz hat­te Pre­mier­mi­nis­te­rin May ei­ne zwei­jäh­ri­ge Über­gangs­pha­se nach dem EU-Aus­tritt ih­res Lan­des im März 2019 vor­ge­schla­gen. Dar­über hin­aus hat­te sie an­ge­kün­digt, bri­ti­sche Ge­rich­te könn­ten bei Strei­tig­kei­ten über Rech­te der EU-Bür­ger Ent­schei­dun­gen des Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hofs „be­rück­sich­ti­gen“.

Bis­her blie­ben aber greif­ba­re Er­geb­nis­se da­zu bei den Ge­sprä­chen des Chef­un­ter­händ­lers Mi­chel Bar­nier und des bri­ti­sches Brex­it-Mi­nis­ter Da­vid Da­vis aus. Sei­tens der CDU/C­SU-Grup­pe ver­lan­gen wir von der bri­ti­schen Re­gie­rung end­lich kon­struk­ti­ve Kom­pro­mis­se.

Eu­ro­päi­sche Staats­an­walt­schaft

Der Ver­trag von Lis­sa­bon, durch den die EU zu­letzt zahl­rei­che wei­te­re Kom­pe­ten­zen er­hal­ten hat, legt be­son­de­ren Nach­druck auf die Be­kämp­fung schwe­rer Fi­nanz- und Wirt­schafts­straf­ta­ten. Zwar gibt es schon eu­ro­päi­sche Be­hör­den, die sol­chen Ver­bre­chen nach­ge­hen, aber sie dür­fen der­zeit nur Vor­er­mitt­lun­gen füh­ren. Für die ei­gent­li­che Straf­ver­fol­gung sind na­tio­na­le Be­hör­den und Ge­rich­te zu­stän­dig. Des­halb lau­fen Er­mitt­lun­gen häu­fig ins Lee­re. Die Schaf­fung ei­ner Eu­ro­päi­schen Staats­an­walt­schaft ist des­halb ein Wen­de­punkt im Be­reich der jus­ti­zi­el­len Zu­sam­men­ar­beit in der EU.

Grenz­über­schrei­ten­de Kri­mi­na­li­tät im Fi­nanz­be­reich soll in Zu­kunft ra­scher, ein­fa­cher und ef­fi­zi­en­ter be­kämpft wer­den kön­nen.
Der so ge­nann­ten ver­stärk­ten Zu­sam­men­ar­beit ha­ben sich der­zeit 20 EU-Mit­glied­staa­ten an­ge­schlos­sen und der In­nen­aus­schuss des Par­la­ments hat der Ein­rich­tung ei­ner Eu­ro­päi­schen Staats­an­walt­schaft be­reits zu­ge­stimmt.

Wir von der CDU/C­SU-Grup­pe sind für ei­ne ra­sche Um­set­zung der de­zen­tra­len EU-Straf­ver­fol­gungs­be­hör­de in den be­tei­lig­ten Mit­glied­staa­ten.