Für Sie im Europäischen Parlament

Infos zur Ple­nar­ta­gung

17.01.2017

Bei der ers­ten Ple­nar­ta­gung im neu­en Jahr ste­hen vor allem die Not­hil­fe für Flücht­lin­ge, die in Süd­ost­eu­ro­pa von der Käl­te­wel­le betrof­fen sind, die Neu­wahl des Par­la­ments­prä­si­den­ten sowie das Pro­gramm der Mal­te­si­schen EU-Rats­prä­si­dent­schaft auf unse­rer Agen­da im Euro­päi­schen Par­la­ment.

Not­hil­fe für Flücht­lin­ge

Wir wol­len als Par­la­ment die EU-Kom­mis­si­on und die Regie­run­gen der Mit­glied­staa­ten im Rat der EU auf­for­dern, Not­hil­fe für tau­sen­de Migran­ten und Flücht­lin­ge bereit­zu­stel­len, die wegen des kal­ten Wet­ters und des Schnees in ver­schie­de­nen Tei­len Euro­pas in eine schwe­re Not­la­ge gera­ten sind. Die Situa­ti­on ist beson­ders ernst auf den grie­chi­schen Inseln, auf denen sich rund 15.000 Asyl­su­chen­de befin­den.
Die EU-Kom­mis­si­on hat die­se Zustän­de schon deut­lich gegen­über der grie­chi­schen Regie­rung kri­ti­siert, zumal die EU letz­tes Jahr die Sofort­hil­fe an Grie­chen­land auf­ge­stockt hat, um die Lebens­be­din­gun­gen von Flücht­lin­gen gera­de auch in den Win­ter­mo­na­ten zu ver­bes­sern. Unab­hän­gig davon brau­chen wir aber bei die­sen Tem­pe­ra­tu­ren natür­lich drin­gend die gefor­der­ten Sofort­hil­fen.

Wahl des Par­la­ments­prä­si­den­ten

Tur­nus­ge­mäß wer­den zur Halb­zeit der Legis­la­tur­pe­ri­ode der Prä­si­dent und die Vize-Prä­si­den­ten des Euro­päi­schen Par­la­ments neu gewählt. Nach einer Ver­ein­ba­rung zwi­schen der Frak­ti­on der Euro­päi­schen Volks­par­tei (EVP – aus Deutsch­land CDU/CSU) und den Sozi­al­de­mo­kra­ten (S&D), die zu Beginn die­ser Peri­ode nach der Euro­pa­wahl 2014 getrof­fen wor­den ist, soll­te der Pos­ten zunächst von den Sozi­al­de­mo­kra­ten – wie mit der Wahl von Mar­tin Schulz gesche­hen – und dann in der zwei­ten Hälf­te der Legis­la­tur­pe­ri­ode von einem Christ­de­mo­kra­ten besetzt wer­den.

Den­noch zeich­net sich nun eine Kampf­ab­stim­mung ab, da sich die Sozi­al­de­mo­kra­ten nicht mehr an die Ver­ein­ba­rung gebun­den sehen. Ins­ge­samt wer­den wohl sie­ben Frak­tio­nen Kan­di­da­ten für das Spit­zen­amt vor­schla­gen. Dabei haben sicher­lich die Bewer­ber von EVP, S&D und Libe­ra­len die bes­ten Aus­sich­ten auf Erfolg.
Für unse­re EVP-Frak­ti­on kan­di­diert der Ita­lie­ner Anto­nio Taja­ni, der von 2008 bis 2014 EU-Kom­mis­sar – zunächst für den Ver­kehrs­be­reich und dann spä­ter für Indus­trie sowie Unter­neh­men – gewe­sen ist. Für die Sozi­al­de­mo­kra­ten tritt der Ita­lie­ner Gian­ni Pit­tel­la an, der zur­zeit Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der der S&D ist. Die Libe­ra­len gehen mit dem Bel­gi­er Guy Ver­hof­stad ins Ren­nen, der eben­falls Vor­sit­zen­der sei­ner Frak­ti­on und von 1999 bis 2008 Minis­ter­prä­si­dent sei­nes Lan­des gewe­sen ist.

Wenn nach drei Wahl­gän­gen für kei­nen Kan­di­da­ten eine abso­lu­te Mehr­heit der abge­ge­be­nen Stim­men erreicht wer­den konn­ten, tre­ten dann in einer vier­ten Run­de nur noch die bei­den best­plat­zier­ten Kan­di­da­ten gegen­ein­an­der an. Hier reicht dann die ein­fa­che Mehr­heit der abge­ge­be­nen Stim­men. Der Aus­gang gilt als offen.

Pro­gramm Mal­te­si­sche EU-Rats­prä­si­dent­schaft

Zum Jah­res­wech­sel hat Mal­ta tur­nus­ge­mäß für die nächs­ten sechs Mona­te die EU-Rats­prä­si­dent­schaft über­nom­men. Damit kommt dem kleins­ten EU-Mit­glieds­land im ers­ten Halb­jahr 2017 eine wich­ti­ge Ver­mitt­ler­rol­le bei Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten inner­halb der Uni­on zu.
Eines der wich­tigs­ten The­men der Prä­si­dent­schaft ist es, in der Flücht­lings­kri­se Lösun­gen zu ver­mit­teln. Dies gilt vor allem bei der Suche nach einem Kom­pro­miss im Streit um ein neu­es euro­päi­sches Asyl­sys­tem. Dazu gehört auch die künf­ti­ge Umver­tei­lung der Flücht­lin­ge in der EU.
Ein wei­te­rer kom­ple­xer Schwer­punkt wird der anvi­sier­te Aus­tritt Groß­bri­tan­ni­ens aus der EU sein.

Die Mal­te­ser star­ten ihre Prä­si­dent­schaft in schwie­ri­gen Zei­ten. Wir von der CDU/C­SU-Grup­pe erhof­fen uns von der neu­en EU-Rats­prä­si­dent­schaft, dass sie die Kon­flik­te in der Flücht­lings­kri­se ent­schär­fen kann.