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Das Frei­han­dels­ab­kom­men mit den USA kann ei­ne Er­folgs­ge­schich­te wer­den

Fast täg­lich ist seit vie­len Wo­chen das ge­plan­te Frei­han­dels­ab­kom­men mit den USA The­ma in den Me­di­en al­ler Art. Doch oft drängt sich der Ein­druck auf, das die Meis­ten nicht wirk­lich wis­sen, wor­über sie schrei­ben, spre­chen, blog­gen und kom­men­tie­ren.
Bei TTIP (trans­at­lan­ti­sche Han­dels- und In­ves­ti­ti­ons­part­ner­schaft) han­delt es sich um ein Ab­kom­men, das zwi­schen der EU und den Ver­ei­nig­ten Staa­ten aus­ge­han­delt wird. Ziel des Ab­kom­mens ist, durch die Be­sei­ti­gung von Han­dels­hemm­nis­sen auf bei­den Sei­ten des At­lan­tiks Wachs­tum und Ar­beits­plät­ze zu schaf­fen.

TTIP er­streckt sich über vie­le Be­rei­che der Wirt­schaft, dar­un­ter das ver­ar­bei­ten­de Ge­wer­be, den Dienst­leis­tungs­sek­tor und die Land­wirt­schaft. Durch TTIP wer­den we­der EU-Rechts­vor­schrif­ten und -Re­ge­lun­gen au­to­ma­tisch au­ßer Kraft ge­setzt noch auf­ge­ho­ben noch ver­än­dert. Wer dies be­haup­tet, lügt schlicht.
Sog. Hor­mon­fleisch und Chlor­hüh­ner aus den USA wird es in der EU auch in Zu­kunft nicht ge­ben. Das Ab­kom­men kann aber ins­be­son­de­re für Le­bens­mit­tel aus land­wirt­schaft­li­cher Pro­duk­ti­on enor­me Mög­lich­kei­ten schaf­fen. Für z.B. Äp­fel und ver­schie­de­ne Kä­se­sor­ten be­steht kein Zu­gang zum US-Markt, auf an­de­re er­he­ben die USA ho­he Zöl­le (Fleisch 30%, Ge­trän­ke 22%, Milch­pro­duk­te bis 139%).

Seit der ers­ten Run­de im Ju­li 2013 fol­gen nun die Ver­hand­lun­gen re­gel­mä­ßig in Ab­stän­den von ei­ni­gen Wo­chen auf ein­an­der. Der Pro­zess wird sehr ernst­haft und ge­wis­sen­haft ge­führt – ge­ra­de weil so viel Fal­sches und Spe­ku­la­ti­ves im Um­lauf ist.

Die EU hat be­reits vie­le an­de­re um­fas­sen­de Ab­kom­men ge­schlos­sen, die zu ei­ner Stei­ge­rung der Han­dels­flüs­se bei­ge­tra­gen ha­ben. Und da­bei wird stets das Prin­zip ver­folgt, dass wirt­schaft­li­cher Wohl­stand mit ei­nem ho­hen Maß an Um­welt­schutz so­wie so­zia­ler Ge­rech­tig­keit und Zu­sam­men­ar­beit ein­her­geht. Be­le­ge sind die Frei­han­dels­ab­kom­men mit Süd­ko­rea, Zen­tral­ame­ri­ka, Kolumbien/Peru und Sin­ga­pur.

Wir in Deutsch­land wür­den von TTIP be­son­ders pro­fi­tie­ren, denn wir sind heu­te mit Ab­stand der wich­tigs­te Han­dels­part­ner der USA in­ner­halb der EU. 30% al­ler Ex­por­te in die USA kom­men aus Deutsch­land. Und um­ge­kehrt sind die USA für deut­sche Fir­men der zweit­wich­tigs­te Ab­satz­markt, mit wei­te­rem Wachs­tums­po­ten­ti­al. Ei­ne Er­leich­te­rung des Wa­ren­aus­tau­sches und der Ab­bau von Han­dels­hemm­nis­sen hät­ten da­her ei­nen deut­li­chen Wachs­tums­schub bei uns zur Fol­ge.
Es gibt dar­über auch kon­kre­te Fol­ge­ab­schät­zun­gen: Der Nut­zen für die EU be­lie­fe sich für die Wirt­schaft auf 119 Mrd. EUR, die US-Wirt­schaft könn­te ei­nen zu­sätz­li­chen Ge­winn von 95 Mrd. EUR pro Jahr er­zie­len. Die­se Ge­win­ne ent­stün­den nur aus der Ab­schaf­fung von Zöl­len so­wie den un­nö­ti­gen Reg­lun­gen und bü­ro­kra­ti­schen Hür­den, wel­che der­zeit die Käu­fe und Ver­käu­fe über den At­lan­tik er­schwe­ren. Der un­nö­ti­ge bü­ro­kra­ti­sche Auf­wand ver­teu­ert die Wa­ren – wie ein Zoll – mit 10 bis 20%.

Die Vor­tei­le be­schrän­ken sich aber nicht auf Deutsch­land und Eu­ro­pa, son­dern TTIP wird auch Aus­wir­kun­gen auf die Welt­wirt­schaft ha­ben. So wird die Aus­wei­tung des Han­dels zwi­schen EU und USA die Nach­fra­ge nach Roh­stof­fen, Bau­tei­len und an­de­ren Vor­leis­tun­gen er­hö­hen, die von an­de­ren Län­dern pro­du­ziert wer­den.

Die Zu­sam­men­ar­beit im Re­gu­lie­rungs­be­reich wird klei­nen und mitt­le­ren Un­ter­neh­men eben­so zu­gu­te­kom­men wie den gro­ßen mul­ti­na­tio­na­len Un­ter­neh­men. Viel­leicht pro­fi­tie­ren sie so­gar noch mehr, da sie stär­ker von re­ge­lungs­be­ding­ten Hemm­nis­sen be­trof­fen sind. Erst­mals könn­te sich für sie auch die Chan­ce er­öff­nen, neue Ge­schäfts­mög­lich­kei­ten auf der an­de­ren Sei­te des At­lan­tiks zu er­schlie­ßen.

Die Arz­nei­mit­tel­zu­las­sung ist ein gu­tes Bei­spiel für das Ziel von TTIP: Das Zu­las­sungs­ver­fah­ren für neue Arz­nei­mit­tel ist auf bei­den Sei­ten sehr gründ­lich. Da­her er­for­dert es ei­nen ho­hen Kos­ten- und Zeit­auf­wand. In den letz­ten Jah­ren konn­ten die Re­gu­lie­rungs­stel­len gro­ße Fort­schrit­te bei der An­glei­chung der Ver­fah­ren er­zie­len, was mit er­heb­li­cher Sen­kung von Kos­ten ein­her­ging.

TTIP ist nicht da­zu ge­dacht, Än­de­run­gen an den so­zi­al-, ar­beits- oder um­welt­recht­li­chen Vor­schrif­ten in der EU oder in den USA vor­zu­neh­men. Auch hier wird viel Fal­sches von in­ter­es­sier­ter Sei­te dis­ku­tiert. Bei Han­dels­ab­kom­men soll­te es wei­test­ge­hend um Han­dels­fra­gen ge­hen. Die­ses neue Ab­kom­men soll die bes­te Chan­ce für un­se­re Wirt­schaft wer­den und auf ei­nem aus­ge­gli­che­nen und für bei­de Sei­ten an­nehm­ba­ren Er­geb­nis im Rah­men ei­ner fai­ren Be­zie­hung zwi­schen zwei Part­nern be­stehen.

Das Er­geb­nis al­ler Ver­hand­lun­gen ist im­mer ein Kom­pro­miss. Der Schutz der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger bleibt da­bei na­tür­lich obers­tes Ge­bot. Und das letz­te Wort hat das Eu­ro­päi­sche Par­la­ment. Wir war­ten auf das Er­geb­nis der Ver­hand­lun­gen und ent­schei­den dann nach um­fäng­li­cher Prü­fung, wie wir ab­stim­men. Das wird je­doch noch ei­ni­ge Mo­na­te in An­spruch neh­men.

Was ist TTIP?

Seit Mit­te Ju­ni 2013 ver­han­deln die EU und die USA über die Trans­at­lan­ti­sche Han­dels- und...

TTIP Vi­deo Pod­cast

12.05.2016

Zur Info über TTIP empfehle ich den Video-Podcast der Bundeskanzlerin von Ende April, den man unter folgendem Link findet: Video Podcast.

Stel­lung­nah­me zu den Aus­wir­kun­gen von TTIP auf die Kom­mu­nen

25.03.2015

Vie­le Stadt­rä­te und Kreis­ta­ge ha­ben sich be­reits bzw. wer­den sich mit TTIP – der Trans­at­lan­ti­schen...

TTIP Ver­hand­lun­gen sind trans­pa­rent

02.07.2015

Nie wurde die Öffentlichkeit so ausführlich über den Stand von Verhandlungen informiert wie bei TTIP

Stel­lung­nah­me und Arbeits­dokument

11.03.2015

Axel Voss legte Berichte für die Beratungen in den Ausschüssen vor.

TTIP – Buch­preis­bin­dung nicht Ge­gen­stand der Ver­hand­lun­gen“

20.02.2015

Erstaunt zeigt sich der Europaabgeordnete Axel Voss (CDU) über die Kritik von Bonner Buchhändlern am geplanten Freihandelsabkommen (TTIP).

My­hen und Fak­ten zu TTIP

Hier finden Sie in das Informationspapier der CDU Deutschlands "Mythen und Fakten zu TTIP"