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Ein ty­pi­scher Tag in der Wahl­re­gi­on Mit­tel­rhein

Auch wenn ich in un­se­rer Wahl­re­gi­on Mit­tel­rhein bin, gibt es wie in Brüs­sel oder Straß­burg kei­nen ty­pi­schen Ar­beits­tag. Dies liegt schon al­lei­ne dar­an, dass die Städ­te und Land­krei­se so­wie die Bür­ger, die dort le­ben, oft voll­kom­men un­ter­schied­li­che An­lie­gen und Sor­gen ha­ben. Mei­ne Wahl­re­gi­on, die si­ch seit vie­len Jah­ren an dem gleich­na­mi­gen CDU-Bezirk Mit­tel­rhein ori­en­tiert, um­fasst die Städ­te Köln, Bonn und Le­ver­ku­sen so­wie die Krei­se Rhein-Sieg und Rhein-Erft, die si­ch noch­mals in 19 bzw. 10 Städ­te und Ge­mein­den un­ter­tei­len. Da­mit ha­be ich die Auf­ga­be, rund 3 Mil­lio­nen Bür­ge­rin­nen und Bür­ger (8 ½ Bun­des­tags­wahl­krei­se) in Eu­ro­pa zu ver­tre­ten.

Da ich mi­ch bis auf die jähr­li­chen sechs „Wahl­kreis­wo­chen“ zu Sit­zun­gen in Brüs­sel oder Straß­burg auf­hal­te, kann ich in der Re­gel nur ver­hält­nis­mä­ßig we­ni­ge Wo­chen­ta­ge und das Wo­chen­en­de für Ge­sprä­che, Ter­mi­ne und die Ar­beit im Wahl­kreis nut­zen. Die üb­ri­ge Zeit hal­te ich vor al­lem durch mein Wahl­kreis­bü­ro in Bonn, das die ganz Wo­che über mit zwei Mit­ar­bei­tern be­setzt ist, Kon­takt zu un­se­rer Hei­mat.

Ein „Bei­spiel­tag“ im Wahl­kreis:

Um 8 Uhr be­su­che ich ei­ne Grund­schu­le in Bonn und er­zäh­le den Kin­dern über mei­ne Ar­beit und die EU. Es ist gar nicht so leicht, den ABC-Schützen das kom­pli­zier­te „Haus Eu­ro­pa“ zu er­klä­ren.
Ge­gen 9.30 Uhr bre­che ich auf, da ich um 10 Uhr auf ei­nem Bau­ern­hof im Rhein-Sieg-Kreis mit ca. 20 Milch­bau­ern ver­ab­re­det bin. Bei ei­ner an­ge­reg­ten Dis­kus­si­on geht es vor al­lem um die  in­zwi­schen aus­ge­lau­fe­ne Milch­quo­te und die Zu­kunfts­fä­hig­keit der oft­mals fa­mi­liär ge­führ­ten Be­trie­be. Die Zeit bei den Bau­ern ver­geht wie im Flug und um 11.30 Uhr be­fin­de ich mi­ch wie­der im Au­to Rich­tung Köln.

Dort er­war­tet mi­ch um 12 Uhr der Lei­ter des Bü­ros In­ter­na­tio­na­les der Stadt Köln zu ei­nem Ge­spräch. Es geht vor al­lem um die Eu­ro­paar­beit der Mil­lio­nen­stadt und wie ich die­se als Ab­ge­ord­ne­ter un­ter­stüt­zen kann. Nach gut ei­ner Stun­de be­fin­de ich mi­ch wie­der im Au­to auf dem Weg nach Bonn in mein Wahl­kreis­bü­ro. Die Fahrt nut­ze ich zu ei­nem Te­le­fo­nat mit mei­nen Mit­ar­bei­te­rin­nen in Brüs­sel und ei­ner Ab­ge­ord­ne­ten­kol­le­gin aus mei­nem Aus­schuss.

Im Wahl­kreis­bü­ro wer­de ich schon von den dor­ti­gen Mit­ar­bei­tern mit drei vol­len Ar­beits­map­pen er­war­tet. Ter­mi­ne, Bür­ger­an­fra­gen und di­ver­se Ver­an­stal­tun­gen müs­sen drin­gend be­spro­chen und vor­be­rei­tet wer­den. Die Zeit drängt, da um 14.30 Uhr der nächs­te Ge­sprächs­part­ner an­ge­kün­digt ist. Der Ge­schäfts­füh­rer ei­nes Ver­ban­des möch­te mir di­ver­se EU-Themen er­läu­tern, die ihm auf den Nä­geln bren­nen. Ge­gen 15.30 Uhr ver­ab­schie­det si­ch der Gast und ich bre­che nach Hau­se auf, um zu­min­dest kurz mei­ne Fa­mi­lie zu be­grü­ßen. Un­ter dem Pro­test mei­ner Kin­der geht es um 16.30 Uhr wie­der los zu ei­nem Ge­spräch mit Schü­lern aus Hür­th, die ge­mein­sam mit let­ti­schen und eng­li­schen Aus­tausch­schü­lern das Haus der Ge­schich­te in Bonn be­su­chen. Nach ei­ner an­ge­reg­ten Dis­kus­si­on geht es wie­der auf zu ei­ner Par­tei­ver­samm­lung, bei der ich ein Gruß­wort hal­te und ei­ne kur­ze Über­sicht über die wich­tigs­ten eu­ro­pa­po­li­ti­schen The­men ge­be.

Ge­gen 19.30 Uhr ma­che ich mi­ch auf den Weg nach Le­ver­ku­sen, denn die dor­ti­ge Eu­ro­pa Uni­on hat zur Jah­res­ver­samm­lung ge­la­den. Auch hier hal­te ich ein Gruß­wort und ge­be an­schlie­ßend no­ch ein In­ter­view für das re­gio­na­le Fern­se­hen.

Kurz nach 22 Uhr tre­te ich schließ­li­ch die Heim­fahrt an und ent­schlie­ße mi­ch spon­tan, er­st am nächs­ten Tag wie­der in den E-Mail Ein­gang zu schau­en.

Ein ty­pi­scher Tag in Brüs­sel

Ei­nen ty­pi­schen Ar­beits­tag als Eu­ro­pa­ab­ge­ord­ne­ten gibt es nicht. Dies liegt al­lei­ne schon dar­an, dass si­ch...