Axel Voss persönlich: Der Fragebogen

Axel Voss
Axel Voss

Herr Voss, leben Sie denn jetzt mit Ihrer Familie in Brüssel?


In Brüssel habe ich eine Wohnung, in der genug Platz für meine Familie ist. Meine Frau und die Kinder haben mich dort auch schon besucht. In Bonn ist allerdings unser zu Hause und unser Lebensmittelpunkt, daher leben wir nach wie vor dort und nicht in Brüssel. Da ich neben meinem Büro in Brüssel noch ein Büro in der Bonner Innenstadt habe, kann ich ebenso von dort aus arbeiten. Das Brüsseler und das Bonner Büro stehen in einem sehr engen Kontakt. Gegenüber anderen Abgeordneten, die etwa aus Rumänien oder Finnland kommen, profitiere ich sehr davon, dass es von Bonn nach Brüssel nur rund 230 Kilometer sind.

Bonn, Brüssel, Straßburg - Wo haben Sie denn welche Aufgaben?


In der Regel bin ich mindestens drei Tage pro Woche in Brüssel und die restliche Zeit im Wahlkreis unterwegs. Einmal im Monat geht es für eine Woche ins französische Straßburg zur Plenarsitzung. Ich bin wirklich viel auf Achse, denn das Europäische Parlament hat von 52 Wochen im Jahr 42 Sitzungswochen.

Axel Voss besucht einen Gartenbaubetrieb in seiner Wahlregion Mittelrhein
Besuch eines Gartenbaubetriebs

In Bonn steht die Arbeit für die Bürger vor Ort im Vordergrund und es gibt auch immer viele Termine, die mit der CDU auf lokaler Ebene zu tun haben. Mir liegt am Herzen, dass ich für meine Wähler weiterhin sichtbar und erreichbar bin. Per Email oder Telefon erreichen mich viele Bürgeranfragen, mir ist sehr wichtig, diese Anliegen zu verfolgen und die Fragen der Bürger zu beantworten. Meine Mitarbeiter in Bonn und Brüssel müssen oft viel Energie und Forschungseifer an den Tag legen, um die richtigen Informationen zu bekommen und den Bürgern damit konkret weiterhelfen zu können. Mein Team und ich sind gerne für die Bürger da - denn ich bin gewählt, um deren Interessen in Brüssel zu vertreten.

Wenn ich in Brüssel bin, erlebe ich stets dicht gedrängte Tage. Man könnte sagen, ein Termin jagt den nächsten. Im Parlament steht die politisch-inhaltliche Arbeit im Mittelpunkt. Das heißt konkret, dass ich an den Sitzungen meines Ausschusses teilnehme, der sich mit den bürgerlichen Freiheiten, Justiz- und Innenpolitik befasst. Hinzu kommen Fraktionssitzungen der Europäischen Volkspartei (EVP), der ich als deutsches CDU-Mitglied angehöre. Weiterhin koordinieren die deutschen CDU/CSU-Abgeordneten ihre Arbeit in der sogenannten "Deutschen Gruppe", eine eigene "NRW Gruppe" gibt es ebenfalls. Zu dieser inhaltlichen Arbeit kommen zahlreiche Termine mit Vertretern von Verbänden und Unternehmen oder Empfänge auf die ich abends eingeladen bin um Vorträge zu halten. Ein wichtiger Teil einer "Brüsseler Woche" ist der Empfang von Besuchergruppen aus der Region Mittelrhein. Im Jahr 2010 waren 70 Gruppen allein in Brüssel.
(s. a. Bericht:  Typischer Tag von Axel Voss)

In Straßburg findet einmal monatlich die Plenarsitzung statt. Alle 736 Abgeordneten kommen für vier Tage im Parlament zusammen und stimmen über die "Dossiers", also die Themen ab, die in den Wochen zuvor in Brüssel beraten und erarbeitet worden sind. Diese Sitzungen gehen manchmal sogar bis Mitternacht - in Straßburg erwarten mich also lange, aber sehr spannende Tage.
(Sitzungskalender 2011 des EP)

Haben Sie das Gefühl, dass Sie als Abgeordneter wirklich etwas erreichen können?

Axel Voss mit EU-Kommissar Günther Oettinger
Axel Voss mit EU-Kommissar Günther Oettinger

Oh, das ist eine schwierige Frage. Ich bin ja seit Juni 2009 als Abgeordneter im Europäischen Parlament und bin damit noch ein "Neuling". Es hat einige Zeit gedauert, bis meine Mitarbeiter und ich alle Abläufe und Routinen im Arbeitsalltag des Parlamentes und der Gesetzgebungsverfahren verinnerlicht hatten. Zwei Dinge haben mich in dieser Eingewöhnungsphase überrascht. Erstens, wie intensiv und wie tief ins Detail die Facharbeit in den Ausschüssen erfolgt und zweitens, wie viele Dokumente, Informationen und Gespräche es gibt, bis eine Entscheidung getroffen wird. Die Arbeit des Parlamentes an einem Dossier zieht sich oft lange hin und viele der behandelten Themen haben daher ihren Ursprung in der vergangenen Legislaturperiode. Und da kann ich, eben als Neuling, wenig bewirken. Bei den Themen, die nun neu kommen, bringe ich mich natürlich ein und versuche ,meine Standpunkte durchzusetzen und Ideen einzubringen. Doch auch auf der europäischen Ebene ist und bleibt Politik ein Kompromissgeschäft.

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