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EU-Tür­kei: Rück­schritt in den Be­zie­hun­gen

20.06.2017

„Ei­ne en­ge und pri­vi­le­gier­te Be­zie­hung zwi­schen der EU und der Tür­kei ist im In­ter­es­se bei­der Sei­ten. Dies kann aber nur ver­wirk­licht wer­den, wenn die Be­zie­hung auf der Ach­tung der Men­schen­rech­ten, der Grund­frei­hei­ten, de­mo­kra­ti­scher Wer­te und der Rechts­staat­lich­keit be­ruht. Die Tür­kei hat die­se Be­din­gun­gen ak­zep­tiert, als sie 1999 Bei­tritts­kan­di­dat für ei­ne EU-Mit­glied­schaft wur­de. Aber die Ent­wick­lun­gen in den letz­ten Jah­ren, die im tür­ki­schen Ver­fas­sungs­re­fe­ren­dum vom ver­gan­ge­nen April gip­fel­ten, ha­ben ge­zeigt, dass ein Bei­tritt die­ses Lan­des kei­ne Op­ti­on ist. Des­halb for­dern wir nun, die Bei­tritts­ver­hand­lun­gen of­fi­zi­ell aus­zu­set­zen“, sagt der Eu­ro­pa­ab­ge­ord­ne­te Axel Voss (CDU).

„Das Re­fe­ren­dum über die Ein­füh­rung ei­nes Prä­si­di­al­sys­tems zeigt deut­lich, dass wir ein grund­le­gend an­de­res De­mo­kra­tie­ver­ständ­nis ha­ben. Die Ver­fas­sungs­än­de­run­gen sind mit den Ko­pen­ha­ge­ner Kri­te­ri­en, die die Ba­sis für ei­ne Mit­glied­schaft in der Eu­ro­päi­schen Uni­on dar­stel­len, nicht ver­ein­bar. Wir wol­len da­her die Aus­set­zung der Bei­tritts­ver­hand­lun­gen, wenn das Ver­fas­sungs­re­form­pa­ket un­ver­än­dert um­ge­setzt wird. Gleich­zei­tig müss­te dann auch die Zah­lung der Vor­bei­tritts­mit­tel be­en­det wer­den. Al­ler­dings soll­te die­ser Haus­halts­pos­ten nicht ge­stri­chen, son­dern um­ge­wid­met wer­den, denn die Gel­der soll­ten ins­be­son­de­re den Flücht­lin­gen in der Tür­kei zu­gu­te­kom­men“, un­ter­streicht Voss.

„Wir wer­den auch in Zu­kunft zu­sam­men­ar­bei­ten müs­sen. Am bes­ten wä­re es, die be­stehen­de Zoll­uni­on wei­ter aus­zu­bau­en. Al­ler­dings muss dies jetzt an stren­ge Kri­te­ri­en ge­knüpft wer­den“, for­dert Voss, der die Städ­te Köln, Bonn und Le­ver­ku­sen so­wie die Krei­se Rhein-Sieg und Rhein-Erft im Eu­ro­päi­schen Par­la­ment ver­tritt, ab­schlie­ßend.