Für Sie im Europäischen Parlament

In­fos zur Ple­nar­wo­che

09.06.2017

Bei der Ple­nar­ta­gung nächs­te Wo­che dis­ku­tie­ren wir un­ter an­de­rem über das EU-En­er­gie­la­bel, den Fort­schritts­be­richt der EU-Kom­mis­si­on zu ei­nem mög­li­chen EU-Bei­tritt von Ser­bi­en und die Vor­be­rei­tung des EU-Gip­fels, der am 22. und 23. Ju­ni in Brüs­sel statt­fin­den wird.

EU-En­er­gie­la­bel

Das EU-En­er­gie­la­bel ist ein be­währ­tes In­stru­ment zur Ver­brau­cher­infor­ma­ti­on. Käu­fer von Pro­duk­ten wie Spül­ma­schi­nen, Wasch­ma­schi­nen, Fern­se­hern und Kühl­schrän­ken ken­nen seit vie­len Jah­ren die far­bi­gen Auf­kle­ber, die auf die En­er­gie­ef­fi­zi­enz der Pro­duk­te hin­wei­sen. Die EU-Kom­mis­si­on hat nun ei­ne Über­ar­bei­tung der En­er­gie­ef­fi­zi­enz­kenn­zeich­nung vor­ge­schla­gen, da ei­ni­ge be­stehen­de La­bels durch tech­no­lo­gi­schen Fort­schritt an Gren­zen ge­sto­ßen sind und kaum noch Raum für Dif­fe­ren­zie­rung las­sen. Es soll des­halb neue En­er­gie­klas­sen ge­ben, die künf­tig von „A“ bis „G“ (bis­her bis „D“) rei­chen.

Wir von der CDU/C­SU-Grup­pe set­zen uns bei der Um­stel­lung für ei­ne fle­xi­ble, pra­xis­na­he und un­bü­ro­kra­ti­sche Lö­sung ein, um Ver­brau­cher nicht un­nö­tig zu ver­wir­ren und die be­trof­fe­nen Her­stel­ler so­wie Händ­ler nicht zu über­for­dern. Durch die ge­plan­te Neu­ord­nung wer­den die Pro­dukt­klas­sen wie­der un­ter­scheid­ba­rer und ei­ne kom­plet­te Re­form des po­pu­lä­ren La­bels über­flüs­sig.

Fort­schritts­be­richt Ser­bi­en

Ser­bi­en be­wegt sich auf die EU zu und leis­tet ei­nen gro­ßen Bei­trag zur Aus­söh­nung in der Re­gi­on. Wäh­rend die Wirt­schafts­re­for­men von der Kom­mis­si­on po­si­tiv be­wer­tet wer­den, be­steht noch drin­gen­der Nach­hol­be­darf im Be­reich Rechts­staat­lich­keit (Me­di­en­frei­heit, Kor­rup­ti­ons­be­kämp­fung) und der Be­zie­hun­gen zum Ko­so­vo. Die Bei­tritts­ver­hand­lun­gen mit Ser­bi­en hat­ten im Ja­nu­ar 2014 be­gon­nen. Wann und ob Ser­bi­en der EU bei­tre­ten wird, lässt sich zum jet­zi­gen Zeit­punkt noch nicht vor­her­sa­gen. Zur­zeit stre­ben zu­dem Bos­ni­en-Her­ze­go­wi­na, Ma­ze­do­ni­en, Mon­te­ne­gro, Al­ba­ni­en und der Ko­so­vo ei­ne EU-Mit­glied­schaft an.

Auch wenn ein Bei­tritt zur­zeit nicht rea­lis­tisch ist, darf die EU die West­bal­kan­staa­ten nicht al­lei­ne las­sen und muss wei­ter­hin glaub­wür­dig ei­ne Per­spek­ti­ve auf­zei­gen, um Re­form­kräf­te zu stär­ken. Auch an­de­re Re­gio­nal­mäch­te wie Russ­land oder die Tür­kei be­trach­ten den West­bal­kan als Ein­fluss­sphä­re und sind ak­tiv tä­tig.

Vor­be­rei­tung EU-Gip­fel

In ei­ner Ge­ne­ral­de­bat­te mit Kom­mis­si­ons­prä­si­dent Jean-Clau­de Juncker und Rats­prä­si­dent Do­nald Tusk dis­ku­tie­ren wir die dring­lichs­ten The­men – dar­un­ter Mi­gra­ti­on, Si­cher­heit und Ver­tei­di­gung so­wie wirt­schafts­po­li­ti­sche Fra­gen – in Vor­be­rei­tung auf den Eu­ro­päi­schen Rat am 22./23. Ju­ni 2017.

In ei­ner Welt, in der tra­di­tio­nel­le Bünd­nis­part­ner ei­ge­ne We­ge ge­hen, muss Eu­ro­pa mehr Ver­ant­wor­tung über­neh­men. Dies gilt für wirt­schaft­li­che so­wie au­ßen- und si­cher­heits­po­li­ti­sche Be­rei­che glei­cher­ma­ßen.

Zu­dem wer­den sich die Staats- und Re­gie­rungs­chefs vor­aus­sicht­lich am Ran­de der Ta­gung mit den Ver­fah­rens­re­geln für die Ver­la­ge­rung der der­zeit im Ver­ei­nig­ten Kö­nig­reich an­säs­si­gen EU-Agen­tu­ren be­fas­sen. Deutsch­land wird sich vor­aus­sicht­lich mit der Stadt Bonn um die Eu­ro­päi­sche Arz­nei­mit­tel-Agen­tur (EMA) be­wer­ben, die zur­zeit 850 Ar­beits­plät­ze in Lon­don be­hei­ma­tet. Die­sen Vor­schlag un­ter­stüt­ze ich sehr ger­ne und mit Nach­druck!