Für Sie im Europäischen Parlament

In­fos zur Ple­nar­wo­che

15.05.2017

Bei der Ple­nar­ta­gung die­se Wo­che be­ra­ten wir ei­nen eu­ro­päi­schen Ak­ti­ons­plan zum eGo­vern­ment und die Mög­lich­kei­ten der deut­li­chen Ver­rin­ge­rung der Ver­schwen­dung von Le­bens­mit­teln. Des Wei­te­ren stim­men wir ei­ne Re­so­lu­ti­on zu Un­garn ab und dis­ku­tie­ren die Er­geb­nis­se des letz­ten EU-Gipfels in Brüs­sel.

Über­dies wird der neue UN-Generalsekretär An­to­nio Gu­ter­res ei­ne Re­de im Ple­num des Par­la­men­tes hal­ten.

Ak­ti­ons­plan zum eGo­vern­ment

Im Zeit­al­ter der Di­gi­ta­li­sie­rung ist die elek­tro­ni­sche Er­reich­bar­keit von öf­fent­li­chen Stel­len ei­ne lo­gi­sche Ent­wick­lung, die den Bür­ge­rin­nen und Bür­gern so­wie Un­ter­neh­men weit­rei­chen­de Vor­tei­le bie­tet. So sind bei­spiels­wei­se be­rufs­tä­ti­ge Bür­ger nicht mehr an die oft un­güns­ti­gen Öff­nungs­zei­ten der Be­hör­den ge­bun­den und Un­ter­neh­men kön­nen on­line ih­re An­ge­bo­te für öf­fent­li­che Aus­schrei­bun­gen ab­ge­ben.

Der Ak­ti­ons­plan der EU-Kommission hat da­her das Ziel, die öf­fent­li­che Ver­wal­tung zu mo­der­ni­sie­ren und bü­ro­kra­ti­sche Hür­den ab­zu­bau­en.
Wir von der CDU/CSU-Gruppe un­ter­stüt­zen die­ses Vor­ha­ben, sind aber der Auf­fas­sung, dass par­al­lel auch die her­kömm­li­chen An­ge­bo­te wei­ter­hin in aus­rei­chen­dem Ma­ße be­stehen blei­ben müs­sen.

Ver­schwen­dung von Le­bens­mit­teln

In der EU wer­den je­des Jahr 88 Mil­lio­nen Ton­nen Le­bens­mit­tel ver­schwen­det. Dies ent­spricht ei­ner durch­schnitt­li­chen Men­ge von et­wa 173 Ki­lo­gramm pro EU-Bürger. Wir als EU-Parlament schla­gen ei­ne Rei­he von Maß­nah­men vor, um die­se Men­ge bis 2030 um min­des­tens die Hälf­te zu ver­rin­gern.

So for­dern wir die EU-Kommission auf, die Be­schrän­kun­gen für Le­bens­mit­tel­spen­den auf­zu­he­ben und die Ver­wir­rung be­züg­li­ch der An­ga­ben zum „Min­dest­halt­bar­keits­da­tum“ und zum „Ver­brauchs­da­tum“ von Le­bens­mit­teln zu be­en­den. Auch soll sei­tens der eu­ro­päi­schen Ebe­ne die Mehr­wert­steu­er­be­frei­ung von Le­bens­mit­tel­spen­den aus­drück­li­ch für zu­läs­sig er­klärt wer­den.

Re­so­lu­ti­on zu Un­garn

In der letz­ten Ple­nar­sit­zung dis­ku­tier­ten wir mit dem un­ga­ri­schen Mi­nis­ter­prä­si­den­ten Vik­tor Or­bán das neue Hochschul-Gesetz, die Ver­schär­fung der Re­geln für NGO und Asyl­su­chen­de so­wie ei­ne Bür­gerum­fra­ge mit dem Ti­tel „Stoppt Brüs­sel“. Zu­dem wur­de an den Er­halt der Forschungs-, Wissenschafts- und Dienst­leis­tungs­frei­heit er­in­nert. Wir stim­men nun im Nach­gang an die be­reits ge­führ­te De­bat­te in ei­ner ge­mein­sa­men Ent­schlie­ßung über die ge­nann­ten Kri­tik­punk­te ab.

Po­pu­lis­ti­sche EU-Schelte zer­stört das Ver­trau­en der Men­schen in die not­wen­di­ge eu­ro­päi­sche Zu­sam­men­ar­beit. Für uns als CDU/CSU-Gruppe ist es ei­ne grund­le­gen­de Be­din­gung, dass die un­ga­ri­sche Re­gie­rung al­len Kri­tik­punk­ten, die of­fi­zi­ell von der EU-Kommission an­ge­mahnt wur­den, Rech­nung trägt. Bei Nicht­er­fül­lung muss auch über die wei­te­re Mit­glied­schaft der Fidesz-Partei in un­se­rer Frak­ti­on der Eu­ro­päi­schen Volks­par­tei (EVP) ge­spro­chen wer­den.

Er­geb­nis­se EU-Gipfel

In ei­ner Ge­ne­ral­de­bat­te mit Rat und Kom­mis­si­on dis­ku­tie­ren wir die Er­geb­nis­se des letz­ten Eu­ro­päi­schen Ra­tes. Zehn Mo­na­te nach der Ent­schei­dung der Bri­ten über den EU-Austritt ver­ab­schie­de­ten die Staats- und Re­gie­rungs­chefs ih­re Leit­li­ni­en für die Ver­hand­lun­gen, die nach der bri­ti­schen Par­la­ments­wahl im Ju­ni be­gin­nen. Vor­dring­li­che The­men sind die künf­ti­gen Rech­te der EU-Bürger in Groß­bri­tan­ni­en und der Bri­ten in der EU, aber auch Fi­nanz­ver­ein­ba­rung über Ver­pflich­tun­gen, die Groß­bri­tan­ni­en wäh­rend der EU-Mitgliedschaft ein­ge­gan­gen ist.

Für un­se­re CDU/CSU-Gruppe ist es wich­tig, dass kla­re Gren­zen ge­zo­gen wer­den. Es müs­sen zu­nächst die Be­din­gun­gen der Tren­nung ge­klärt sein, be­vor über die neu­en Be­zie­hun­gen ver­han­delt wer­den kann.