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In­fos zur Ple­nar­wo­che

03.04.2017

Bei der Ple­nar­ta­gung die­se Wo­che de­bat­tie­ren wir über den Brex­it, die Si­cher­heit von Me­di­zin­pro­duk­ten so­wie die Ver­wen­dung von Palm­öl.

Über­dies wird der neue deut­sche Bun­des­prä­si­dent Stein­mei­er ei­ne Re­de zur Zu­kunft der EU im Ple­num des Par­la­men­tes hal­ten.

Brex­it

Die bri­ti­sche Re­gie­rung hat am 29. März ihr of­fi­zi­el­les Aus­tritts­schrei­ben an die EU über­ge­ben. Da­mit ist der Start­schuss von bri­ti­scher Sei­te ge­fal­len. In zwei Jah­ren sol­len die Aus­tritts­mo­da­li­tä­ten ver­han­delt sein. En­de April wol­len die EU-Staats- und Re­gie­rungs­chefs auf dem „Brex­it-Son­der­gip­fel“ ih­re zen­tra­len Po­si­tio­nen fest­le­gen.

Das Eu­ro­päi­sche Par­la­ment muss dem Aus­tritts­ver­trag und ei­nem Ver­trag über die künf­ti­gen Be­zie­hun­gen EU-Groß­bri­tan­ni­en eben­falls zu­stim­men. Wir wer­den des­halb hier­zu im Ple­num un­se­re Kern­for­de­run­gen ver­ab­schie­den.

Da­zu ge­hö­ren

– die Be­glei­chung al­ler Ver­bind­lich­kei­ten, die sich aus der EU-Mit­glied­schaft er­ge­ben, ein­schließ­lich der Zu­sa­gen für den ak­tu­el­len EU-Fi­nanz­rah­men, der bis 2020 läuft;
– kei­ne Son­der­rech­te bei ein­zel­nen Sek­to­ren des EU-Bin­nen­markts wie et­wa bei Fi­nanz­dienst­leis­tun­gen;
– und glei­che Rech­te für in Groß­bri­tan­ni­en le­ben­de EU-Bür­ger und für in der EU le­ben­de Bri­ten.

Vor al­lem aber wer­den wir nicht zu­las­sen, dass der Frie­den in Nord­ir­land ge­fähr­det wird.

Si­cher­heit von Me­di­zin­pro­duk­ten

Wir wer­den zwei EU-Ver­ord­nun­gen ver­ab­schie­den, die gel­ten­de Stan­dards aus dem Jahr 1999 er­set­zen und auf die sich Par­la­ment so­wie EU-Mi­nis­ter­rat im Grund­satz schon ver­stän­digt ha­ben. Ziel ist, mehr Si­cher­heit für Me­di­zin­pro­duk­te durch bes­se­re Markt­über­wa­chung und ge­ziel­te­re In­for­ma­tio­nen über die Pro­duk­te zu er­rei­chen. Dies be­inhal­tet ei­ne Prü­fung der Pro­dukt­si­cher­heit nicht nur zum Zeit­punkt der Zu­las­sung, son­dern auch durch un­an­ge­kün­dig­te Kon­trol­len in der lau­fen­den Pro­duk­ti­on. Für DNA- oder Schwan­ger­schafts-Gen-Tests wird es zu­dem ei­ne Be­ra­tungs­pflicht über die Fol­gen der Un­ter­su­chung ge­ben.

Wir von der CDU/C­SU-Grup­pe un­ter­stüt­zen die neu­en Stan­dards. Die­se wer­den für ei­nen in­no­va­ti­ven Ge­sund­heits­sek­tor mit si­che­ren Pro­duk­ten sor­gen und vor­aus­sicht­lich im Herbst 2019 in Kraft tre­ten.

Ver­wen­dung von Palm­öl

Die Ab­hol­zung von Ur­wäl­dern, der Ver­lust na­tür­li­cher Le­bens­räu­me und Treib­haus­gas­emis­sio­nen sind ei­ni­ge Fol­gen der nicht nach­hal­ti­gen Palm­öl­pro­duk­ti­on. Das bil­li­ge Öl steckt in zahl­rei­chen Le­bens­mit­teln, Kos­me­ti­ka und vor al­lem Bio­kraft­stof­fen. Fast die Hälf­te des ge­sam­ten von der EU ein­ge­führ­ten Palm­öls wird zur Her­stel­lung von Bio­die­sel ver­wen­det, was mit der Nut­zung ei­ner Flä­che von et­wa ei­ner Mil­li­on Hekt­ar in den Tro­pen ein­her­geht.

Der Ent­schlie­ßungs­an­trag, der die­se Wo­che im Par­la­ment ab­ge­stimmt wird, for­dert des­halb un­ter an­de­rem den Ver­zicht auf Palm­öl in Bio­die­sel ab 2020 so­wie ei­ne ein­heit­li­che Zer­ti­fi­zie­rungs­re­ge­lung für in die EU ein­ge­führ­tes Palm­öl.

Palm­öl wird in ver­schie­de­nen Re­gio­nen in Afri­ka, Asi­en so­wie Nord- und Süd­ame­ri­ka pro­du­ziert. Die wert­vol­len tro­pi­schen Öko­sys­te­me und vor al­lem die Re­gen­wäl­der sind ei­ner wach­sen­den Ge­fahr der Ent­wal­dung zum Zweck von Palm­öl­plan­ta­gen aus­ge­setzt. Die Fol­gen sind rie­si­ge Brän­de in Tro­pen­wäl­dern, die Aus­trock­nung von Flüs­sen, Bo­den­ero­si­on, das Schwin­den von Grund­was­ser, die Ver­schmut­zung von Ge­wäs­sern und die Zer­stö­rung wert­vol­ler Na­tur­land­schaf­ten.

Wir Christ­de­mo­kra­ten un­ter­stüt­zen des­halb in die­ser Fra­ge nach­drück­lich ein kon­se­quen­tes und ehr­gei­zi­ges Vor­ge­hen der EU.