Für Sie im Europäischen Parlament

In­fos zur Ple­nar­tung

13.03.2017

Bei der Ple­nar­ta­gung die­se Wo­che dis­ku­tie­ren wir die Waf­fen­richt­li­nie, das Weiß­buch der EU-Kommission zur Zu­kunft der EU so­wie die Ge­mein­sa­me Sicherheits- und Ver­tei­di­gungs­po­li­tik.

Waf­fen­richt­li­nie

Nach den Ter­ror­an­schlä­gen von Pa­ris leg­te die EU-Kommission im No­vem­ber 2015 ih­re Vor­schlä­ge für ein ver­schärf­tes Waf­fen­recht auf den Tisch. Wir ha­ben dies als CDU/CSU-Gruppe sehr kri­ti­sch be­glei­tet, da wir ge­ne­rell der Auf­fas­sung sind, dass Ver­bre­cher und Ter­ro­ris­ten in al­ler Re­gel ih­re Waf­fen nicht auf le­ga­lem Weg er­wer­ben. Der Text, der nun zur Ab­stim­mung steht, ist ein Kom­pro­miss aus den Ver­hand­lun­gen zwi­schen Par­la­ment, Mi­nis­ter­rat und Kom­mis­si­on.

Die größ­ten Neue­run­gen gibt es bei halb­au­to­ma­ti­schen Waf­fen, die ei­nen Schuss ab­ge­ben und au­to­ma­ti­sch nach­la­den. Lan­ge halb­au­to­ma­ti­sche Waf­fen mit Ma­ga­zi­nen von mehr als 10 Schuss und kur­ze Waf­fen mit Ma­ga­zi­nen von mehr als 20 Schuss wer­den für Pri­vat­per­so­nen un­ter­sagt. Wei­ter­hin müs­sen die Mit­glied­staa­ten ei­nen In­for­ma­ti­ons­aus­tau­sch zu Waf­fen­be­sitz­kar­ten ein­füh­ren. Medizinisch-psychologische Tests von Waf­fen­be­sit­zern sol­len auch künf­tig nur an­lass­be­zo­gen durch­ge­führt wer­den kön­nen.

Für uns von der CDU/CSU-Gruppe war es wich­tig, dass es für Jä­ger und Sport­schüt­zen kei­ne über­zo­ge­nen Auf­la­gen gibt. Mit dem vor­lie­gen­den Kom­pro­miss ha­ben wir nun ei­ne trag­fä­hi­ge Lö­sung fin­den kön­nen.

Weiß­buch EU-Kommission

In ei­ner Ge­ne­ral­de­bat­te mit Rat und Kom­mis­si­on dis­ku­tie­ren wir die Er­geb­nis­se des EU-Gipfels von letz­ter Wo­che so­wie die Zu­kunfts­sze­na­ri­en der EU-Kommission für Eu­ro­pa. Die fünf prä­sen­tier­ten Sze­na­ri­en rei­chen von ei­ner ra­di­ka­len Rück­be­sin­nung auf den Bin­nen­markt bis hin zu ei­nem Mo­dell der Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Eu­ro­pa, in dem die 27 ver­blei­ben­den EU-Länder mehr Be­schlüs­se ge­mein­sam tref­fen und die Ent­schei­dungs­ge­walt von der na­tio­na­len Ebe­ne ab­ge­zo­gen wer­den wür­de. Da­zwi­schen lie­gen no­ch ein Eu­ro­pa der ver­schie­de­nen Ge­schwin­dig­kei­ten, das ei­ne en­ge­re Zu­sam­men­ar­beit in ei­ni­gen Po­li­tik­be­rei­chen be­deu­tet, so­wie ein Mo­dell, das im We­sent­li­chen ein „Wei­ter so“ der be­stehen­den EU be­deu­ten wür­de. Über­dies gibt es no­ch den An­satz, we­ni­ger Be­rei­che, die­se aber da­für ef­fi­zi­en­ter durch die EU re­geln zu las­sen.

Die Eu­ro­päi­sche Uni­on ist durch ei­ni­ge Er­eig­nis­se der ver­gan­ge­nen Jah­re an­ge­schla­gen, und das kann man nicht im­mer ge­sund re­den. Für uns als CDU/CSU-Gruppe ist es wich­tig, dass wir uns der Zu­kunft rea­li­täts­be­zo­gen und prag­ma­ti­sch stel­len. Ich per­sön­li­ch hät­te mir ge­wünscht, dass die Kom­mis­si­on nicht nur ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten be­schreibt, son­dern auch ei­ne kla­re Rich­tung vor­schlägt.

Ge­mein­sa­me Sicherheits- und Ver­tei­di­gungs­po­li­tik im Lissabon-Vertrag

Bei der Um­set­zung der Zie­le im Be­reich der „Ge­mein­sa­men Sicherheits- und Ver­tei­di­gungs­po­li­tik“, die vor al­lem in der Kom­pe­tenz der Mit­glied­staa­ten liegt, wur­den trotz zahl­rei­cher Auf­for­de­run­gen und Vor­schlä­ge durch das Par­la­ment nur sehr ge­rin­ge Fort­schrit­te er­zielt. Da si­ch die Si­cher­heits­la­ge in und um Eu­ro­pa lei­der deut­li­ch ver­schlech­tert hat, ist ei­ne Ver­bes­se­rung der Zu­sam­men­ar­beit zwi­schen den Mit­glied­staa­ten so­wie die Stei­ge­rung der Mi­li­tär­aus­ga­ben mehr als not­wen­dig ge­wor­den.

Um den neu­es­ten Her­aus­for­de­run­gen ge­recht zu wer­den, braucht Eu­ro­pa ei­ne eu­ro­päi­sche Ver­tei­di­gungs­uni­on, um Frie­den, Si­cher­heit und Sta­bi­li­tät in der Nach­bar­schaft Eu­ro­pas und in der Welt zu för­dern!

Die EU-Verteidigungspolitik soll­te in der La­ge sein, die Si­cher­heit für die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger zu stär­ken, so­wie die Part­ner­schaft zwi­schen der EU und der NATO zu fes­ti­gen. Wir von der CDU/CSU-Gruppe wol­len des­halb die „Ge­mein­sa­men Sicherheits- und Ver­tei­di­gungs­po­li­tik“ in ei­ne Eu­ro­päi­sche Ver­tei­di­gungs­uni­on über­füh­ren.