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Tür­kei-Po­li­tik von Rot/Grün un­ter­gräbt Glaub­wür­dig­keit der EU

14.03.2014

Der Eu­ro­pa­ab­ge­ord­ne­te Axel Voss (CDU) übt schar­fe Kri­tik an der Ab­stim­mung des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments über den Fort­schritts­be­richt 2013 zur Tür­kei. Die For­de­rung von SPD und Grü­nen, trotz der mas­si­ven Ge­walt ge­gen die fried­li­chen De­mons­tran­ten auf dem Tak­sim-Platz und der Be­schnei­dung der Mei­nungs- und Pres­se­frei­heit durch die Re­gie­rung in An­ka­ra wei­ter mit der Tür­kei über ei­ne EU-Mit­glied­schaft ver­han­deln zu wol­len, sei un­ver­ant­wort­lich.

„Wie die Ab­ge­ord­ne­ten von Rot und Grün nach den im­mer wäh­ren­den Hi­obs­bot­schaf­ten aus An­ka­ra noch von Fort­schrit­ten im Re­form­pro­zess re­den kön­nen, ist mir ein gro­ßes Rät­sel. Die bru­ta­le Po­li­zei­ge­walt, die Ab­set­zung re­gie­rungs­kri­ti­scher Jus­tiz­be­am­ter und die Kor­rup­ti­ons­skan­da­le soll­ten auch den letz­ten Be­für­wor­ter ei­nes Tür­kei-Bei­tritts da­von über­zeugt ha­ben, dass die Tür­kei mehr denn je von ei­nem de­mo­kra­ti­schen Rechts­staat ent­fernt ist. An­ge­sichts die­ser Rück­schrit­te die Er­öff­nung wei­te­rer Ver­hand­lungs­ka­pi­tel zu for­dern, un­ter­gräbt die Glaub­wür­dig­keit der EU“, führt Voss aus.

Al­ler­dings äu­ßert das Par­la­ment ins­ge­samt auch Kri­tik. So rü­gen die Ab­ge­ord­ne­ten die man­geln­den Fort­schrit­te bei der Be­kämp­fung der Kor­rup­ti­on und zei­gen sich „be­sorgt“ über Be­rich­te, wo­nach Po­li­zei­be­am­te auf­grund ih­rer Re­li­gi­on, eth­ni­schen Zu­ge­hö­rig­keit, oder po­li­ti­schen An­sich­ten aus­ge­wählt wer­den. Eben­falls im Zen­trum der Kri­tik: Das neue In­ter­net­ge­setz, das ei­ne über­mäs­si­ge Kon­trol­le und Über­wa­chung des In­ter­net­zu­gangs vor­sieht. „Be­reits heu­te ist die Tür­kei das größ­te Jour­na­lis­ten­ge­fäng­nis der Welt. Wenn nun auch noch Face­book, Twit­ter und Co ver­bo­ten wer­den, hat es Pre­mier­mi­nis­ter Er­do­gan end­gül­tig ge­schafft, sei­ne Bür­ge­rin­nen und Bür­ger mund­tot zu ma­chen. Das dür­fen wir nicht zu­las­sen“, un­ter­streicht Voss, der die Städ­te Köln, Bonn und Le­ver­ku­sen so­wie die Krei­se Rhein-Sieg und Rhein-Erft im Eu­ro­päi­schen Par­la­ment ver­tritt.

Auch die Wei­ge­rung, das EU-Mit­glied Zy­pern an­zu­er­ken­nen, blei­be ein Ver­stoß ge­gen die Grund­fes­te der Uni­on. „Durch die il­le­ga­le An­sied­lung tür­ki­scher Staats­bür­ger im wi­der­recht­lich be­setz­ten Nord­zy­pern ver­sucht die tür­ki­sche Re­gie­rung, Fak­ten zu schaf­fen und die Frie­dens­ver­hand­lun­gen zu tor­pe­die­ren. Ei­ne Re­gie­rung, die so­wohl die Rech­te an­de­rer EU-Staa­ten als auch die Men­schen­rech­te ih­rer ei­ge­nen Bür­ger so scham­los miss­ach­tet, könn­te durch die Ein­stel­lung der Ver­hand­lun­gen zur Ver­nunft ge­bracht wer­den“, so Voss ab­schlie­ßend.