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EU Staats­anwalt: Ge­burts­feh­ler ver­mei­den

12.03.2014

Die heu­te vom Eu­ro­päi­schen Par­la­ment be­schlos­se­ne Ein­rich­tung ei­ner Eu­ro­päi­schen Staats­an­walt­schaft hat lei­der gra­vie­ren­de Ge­burts­feh­ler.
Ab­ge­ord­ne­te der CDU/CSU-Gruppe im Eu­ro­päi­schen Par­la­ment kri­ti­sie­ren vor al­lem, dass der Vor­schlag we­der ei­nen Eu­ro­päi­schen Straf­ge­richts­hof no­ch ei­ne eu­ro­päi­sche Straf­pro­zess­ord­nung vor­sieht. Da­durch sind die Rech­te der An­ge­klag­ten nur un­ge­nü­gend ge­schützt, weil der Eu­ro­päi­sche Staats­an­walt deut­li­ch mehr Rech­te und Mög­lich­kei­ten hat als ein von ihm An­ge­klag­ter. Die­se Be­den­ken tei­len auch die eu­ro­päi­schen An­walts­kam­mern. Das man­geln­de Jus­tiz­sys­tem in vie­len Mit­glied­staa­ten stel­le au­ßer­dem nicht si­cher, dass die Un­ter­su­chungs­er­geb­nis­se ei­nes Eu­ro­päi­schen Staats­an­walts auch wirk­li­ch in Ge­richts­ver­fah­ren mün­den kön­nen, so die CDU-Europaabgeordneten In­ge Gräss­le und Axel Voss.

Sie er­läu­tern wei­ter: „Oh­ne ei­nen Eu­ro­päi­schen Straf­ge­richts­hof ar­bei­tet der Eu­ro­päi­sche Staats­an­walt mit 28 un­ter­schied­li­chen na­tio­na­len Rechts­sys­te­men. So lau­fen wir Ge­fahr, ei­ne in­ef­fi­zi­en­te eu­ro­päi­sche Be­hör­de zu grün­den, die ei­nen deut­li­chen Rück­schritt an Rechts­stan­dards mit si­ch zieht und durch die aus­schließ­li­che eu­ro­päi­sche Zu­stän­dig­kei­ten na­tio­na­le Er­mitt­lun­gen ver­hin­dert, oh­ne da­bei EU-Gelder bes­ser vor Miss­brauch zu schüt­zen.“

Gräss­le und Voss be­ton­ten die Not­wen­dig­keit, ver­stärkt ge­gen den Miss­brauch von EU-Geldern um­zu­ge­hen: „Das mit der Ein­rich­tung ei­nes Eu­ro­päi­schen Staats­an­walts ver­folg­te Ziel ist rich­tig. Der Miss­brauch von EU-Geldern wird in man­chen Mit­glied­staa­ten nicht aus­rei­chend ju­ris­ti­sch ver­folgt. Das muss si­ch än­dern.“

Statt ei­nes Stück­werks sei aber ei­ne um­fas­sen­de Re­form nö­tig, so die bei­den CDU-Europaabgeordneten: „Der der­zei­ti­ge Vor­schlag be­hält die Schwä­chen und spielt mög­li­che Stär­ken nicht aus. Zu­dem muss die Ar­beit von EU-Beamten un­ter die Zu­stän­dig­keit des Eu­ro­päi­schen Staats­an­walts fal­len!“