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Flug­gast­rech­te: Kla­re Regeln für mehr Rechts­si­cher­heit

06.02.2014

Euro­päi­sches Par­la­ment macht EU-Ver­ord­nung pra­xis­taug­lich

Die EU-Ver­ord­nung zu Flug­gast­rech­ten wird erwei­tert, dazu hat das Euro­päi­sche Par­la­ment ges­tern sei­ne Ver­hand­lungs­po­si­ti­on ver­ab­schie­det: Über ihre Rech­te und die Kos­ten einer Flug­bu­chung müs­sen Ver­brau­cher zu jedem Zeit­punkt infor­miert sein. Die Rege­lun­gen für Erstat­tun­gen bei grö­ße­ren Ver­spä­tun­gen, Über­bu­chun­gen oder Aus­fäl­len sol­len neu gefasst wer­den. „Wir brau­chen eine Rege­lung, bei der das Anrecht auf Ent­schä­di­gung bes­ser durch­setz­bar ist und die für alle Betei­lig­ten Klar­heit schafft“, sag­te der CDU-Euro­pa­ab­ge­ord­ne­te Axel Voss.

‚Außer­ge­wöhn­li­che Umstän­de‘, mit denen sich Air­lines Erstat­tungs- oder Kom­pen­sa­ti­ons­for­de­run­gen ent­zie­hen kön­nen, sol­len sehr eng gefasst wer­den.
„Das schafft Rechts­si­cher­heit sowohl für die Pas­sa­gie­re als auch für die Flug­ge­sell­schaf­ten. Auch die Hil­fe­stel­lung für Men­schen mit Behin­de­rung und die Mit­nah­me von Musik­in­stru­men­ten sind nun bes­ser gere­gelt“, so Voss, der die Städ­te Köln, Bonn und Lever­ku­sen sowie die Krei­se Rhein-Sieg und Rhein-Erft im Euro­päi­schen Par­la­ment ver­tritt.

Zum umstrit­te­nen Nicht-Erschei­nen von Flug­gäs­ten („No-show“) möch­ten die Abge­ord­ne­ten klar­stel­len, dass für bezahl­te Tickets ent­spre­chend Plät­ze vor­ge­hal­ten wer­den müs­sen. „Bei einem nicht ange­tre­te­nen Hin­flug kann bei­spiels­wei­se nicht auto­ma­tisch der Rück­flug ver­fal­len“, unter­strich Voss.

Für Hotel­über­nach­tun­gen bei unver­schul­de­ten Ver­spä­tun­gen oder Annul­lie­run­gen for­dert das Par­la­ment maxi­mal 125 Euro pro Nacht, begrenzt auf fünf Näch­te. Die EU-Kom­mis­si­on hat­te maxi­mal 100 Euro für höchs­tens drei Näch­te vor­ge­schla­gen. Für Flü­ge bis zu 3.500 Kilo­me­ter soll ab einer Ver­spä­tung von drei Stun­den eine Pau­scha­le von 300 Euro pro Flug­stre­cke erstat­tet wer­den, für län­ge­re Flü­ge soll es ab fünf Stun­den Ver­spä­tung 400 Euro pro Stre­cke geben. Für Lang­stre­cken­flü­ge über 6.000 Kilo­me­ter sol­len ab einer Ver­spä­tung von sie­ben Stun­den 600 Euro fäl­lig wer­den.

Die Ver­schleie­rung von Zusatz­ge­büh­ren etwa für Gepäck, Hand­ge­päck oder Kre­dit­kar­ten­zah­lun­gen wol­len die Abge­ord­ne­ten unter­bin­den. „Die letz­ten Schlupf­lö­cher für Trick­se­rei­en der Air­lines müs­sen end­lich geschlos­sen wer­den“, sag­te Voss abschlie­ßend.